Physiotherapie


Die aktive Behandlung von Bewegungsstörungen ist das Hauptarbeitsfeld der Krankengymnastik. Lähmungen, Sensibilitätsstörungen, Spastizität, Einschränkungen der passiven Beweglichkeit, Störungen der Bewegungskoordination, einschießende unwillkürliche und vom Patienten schwer zu kontrollierende Bewegungen werden in einem systematischen physiotherapeutischen Therapieprogramm behandelt. Dafür ist eine hohe Motivation des Patienten und Bereitschaft zur Mitarbeit wichtig. In enger Zusammenarbeit mit den Ergo- und Pflegetherapeuten werden die vorliegenden motorischen Störungen systematisch abgebaut. Das Ziel ist die Wiederherstellung von Bewegungsabläufen, die der natürlichen Motorik möglichst nahe kommen.

 

An der Rehabilitation motorischer Störungen arbeiten in der Sachsenklinik Bad Lausick neben den Physiotherapeuten auch Ergotherapeuten, Masseure/Med. Bademeister, Ärzte und Neuropsychologen mit. Die durchgeführten Therapiemaßnahmen beruhen auf aktuellen Erkenntnissen aus der Physiotherapie- und Plastizitätsforschung sowie auf den Ergebnissen von Studien zum motorischen Lernen bei Gesunden und bei Patienten mit motorischen Beeinträchtigungen. Die konsequente Umsetzung neuer, wissenschaftlich fundierter Therapieelemente in die praktische Rehabilitationsarbeit führt zu einer eindrucksvollen Optimierung des Rehabilitationsergebnisses und zu einer Beschleunigung der Dynamik der funktionellen Erholung. Neu entwickelte Therapiekomponenten ergänzen dabei traditionelle krankengymnastische Behandlungskonzepte.


In der Sachsenklinik Bad Lausick werden vor allem jüngere Behandlungsmethoden wie Laufbandtraining, repetitives sensomotorisches Handtraining, computergestützte Posturographie und CIMT ("constraint induced movement therapy"), neben traditionellen physiotherapeutischen Behandlungsverfahren wie PNF und Bobath eingesetzt. Darüber hinaus wird manuelle Therapie (Cyriax, Kaltenborn), McMillan/Halliwick (Behandlung im Bewegungsbad), neuromuskuläre Redression in die Therapie integriert. Auch die Behandlungsmethode nach Affolter, die zur Beeinflussung der gestörten Sensibilität und Wahrnehmung dient, deren Rolle in der Rehabilitation motorischer Störungen nicht unterschätzt werden darf, fließen in die  Behandlungen ein. Die Therapiestrategie ist so aufgebaut, dass fundierte Techniken der neueren Methoden  mit wirksamen Behandlungsansätzen der traditionellen Schule zu einer synergistischen Einheit kombiniert werden.


Gemeinsam mit Ärzten wird die funktionelle Elektrostimulation, konventionelles und EMG-initialisiertes Biofeedback-Training sowie die Funktionsanbahnung paretischer Muskelgruppen nach Botulinum-Toxin-Injektion in spastische Antagonisten durchgeführt. 
 

 

Sport- und Bewegungstherapie:
Zunächst erfolgt eine Basisdiagnostik hinsichtlich Kraft, Ausdauer und motorischer Koordination. Dies ist für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit eines Rehabilitanden in einem das körperliche Leistungsvermögen in Anspruch nehmenden Beruf, aber auch hinsichtlich der zu empfehlenden Maßnahmen der Sekundärprävention wichtig.
 
Angeboten wird eine Reihe von Gruppentherapieprogrammen, die z.T. spielerisch, z.T. als sequentielle Therapieformen an speziellen Therapiegeräten (Medizinische Trainingstherapie, MTT) durchgeführt werden. In Abhängigkeit von seinen individuellen physischen Voraussetzungen nimmt der Rehabilitand regelmäßig an folgenden therapeutischen Angeboten aus der Sport- und Bewegungstherapie teil: 

 

  • Gleichgewichtstraining 
  • Terraintraining 
  • Motorische Koordination I bzw. II (je nach Schweregrad der funktionellen Störung) 
  • Haltungsschulung (Rückenschule, Wirbelsäulen-Gruppe) 
  • Wassergymnastik (Mot. Koordination I und II, WS-Gruppe)
  • Atemgymnastik 
  • Ergometertraining 
  • Medizinische Trainingstherapie (MTT)
  • Therapeutisches Wandern, Fahrradwandern