Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schlucktherapie


Die Fähigkeit zur sprachlichen Kommunikation kann auf vielfältige Weise beeinträchtigt sein. Neben klassischen Aphasien (d. h. zentralen Sprachstörugen mit Beeinträchtigung der „inneren Struktur“ von Sprache) werden Lese- und Schreibstörungen, Sprechapraxien und Dysarthrophonien/ Dysarthrien angetroffen.

 

Jedes sprachtherapeutische Behandlungsprogramm in der Sachsenklinik Bad Lausick beginnt mit einer detaillierten Analyse der vorliegenden sprachsystematischen bzw. sprechmotorischen Störung, des daraus resultierenden Störungsbewusstseins und der voraussichtlichen sprachlichen Lernfähigkeit des Patienten. Im Verlauf der Behandlung wird diese Analyse regelmäßig wiederholt, da bei Verbesserung einer sprachlichen Teilfunktion eine weitere Störung zu Tage treten kann, die eine veränderte therapeutische Strategie notwendig macht. Basis der Aphasie-Diagnostik ist der Aachener Aphasie Test, der gemeinsam mit Video- und Tonbandaufzeichnungen auch zur Verlaufsdokumentation herangezogen, jedoch für spezifischere Fragen durch weitere Tests ergänzt wird. Weil kommunikative Fertigkeiten durch kognitive/ neuropsychologische Funktionsstörungen in erheblichem Umfang beeinträchtigt sein können, erfolgt in der Sachsenklinik Bad Lausick eine enge Kooperation des sprachtherapeutischen Bereiches mit dem neuropsychologischen Arbeitsgebiet. Auch häufig begleitende Beeinträchtigungen des Schreibens, Lesens und Rechnens werden therapiert.

 

Den Zusammenhang zwischen kommunikativer Kompetenz und der Aussicht auf erfolgreiche Wiedereingliederung in das Erwerbs- bzw. Alltagsleben wird besondere Aufmerksamkeit zuteil.

 

Im Umgang mit aphasischen Patienten muß man eine Reihe von Grundprinzipien beachten: Mit dem betroffenen Patienten muß klar artikuliert, langsam und inhaltlich eindeutig gesprochen werden. Patienten mit vermindertem Sprechantrieb und/ oder Broca-Aphasie sollen regelmäßig zum Sprechen angeregt werden, übermäßiges Korrigieren sollte unterbleiben. Auf nicht sprachliche Techniken der Kommunikation (Z. B. Gestik) sollte so spät wie möglich zurückgegriffen werden. Es ist die Aufgabe der sprachtherapeutischen Abteilung, diese Regeln (Z. B. im Rahmen von Fallkonferenzen) den Vertretern der übrigen therapeutischen Berufsgruppen sowie den Angehörigen der aphasischen Patienten zu vermitteln und diese im Umgang mit den Betroffenen zu viel Geduld anzuhalten.

 

Ein weiterer wichtiger Aufgabenschwerpunkt der Logopädie ist die Dysphagietherapie, die Behandlung von Schluckstörungen. Hier wird innerhalb des rehabilitativen Aufenthaltes der Kostaufbau der Patienten angestrebt und intensiv beübt. Hierbei kommen auch Biofeedback-Methoden zum Einsatz (respiratorisches Biofeedback, Prosodie-Biofeedback etc.).

 

Je nach Schweregrad der jeweils vorliegenden Sprach-, Sprech- oder Schluckstörung werden die Patienten einzeltherapeutisch bzw. gruppentherapeutisch betreut. Die Einbeziehung der Angehörigen erfolgt bedarfsadaptiert.